Biologischer Pflanzenschutz gelingt am besten, wenn man ihm einen Schritt voraus ist. Wer weiß, welche Schädlinge wann auftreten, kann früh und gezielt handeln – und muss selten viel bekämpfen. Dieser Saison-Fahrplan begleitet Sie durch das ganze Jahr, ob im Gewächshaus, Wintergarten oder auf der Fensterbank.
- Frühjahr: Blattläuse und Thripse starten – jetzt Monitoring aufhängen
- Sommer: Hochsaison für Spinnmilben und Weiße Fliege
- Herbst: Kübelpflanzen vor dem Einräumen kontrollieren
- Ganzjährig: Trauermücken im Substrat im Blick behalten
Frühjahr (März–Mai): früh kontrollieren
Mit steigenden Temperaturen erwachen die ersten Schädlinge. Blattläuse besiedeln die frischen, weichen Triebe, und die ersten Thripse tauchen auf. Jetzt ist der beste Zeitpunkt für Monitoring: Hängen Sie Gelb- und Blautafeln auf, um den Befall früh zu bemerken. Bei den ersten Läusen setzen Sie Marienkäfer oder Florfliegenlarven ein. Im Freiland ist das Frühjahr außerdem die klassische Zeit, um Dickmaulrüssler-Larven mit Nematoden zu bekämpfen.
Sommer (Juni–August): Hochsaison der Schädlinge
Wärme und trockene Luft sind ideal für Spinnmilben – jetzt lohnt der vorbeugende Einsatz von Raubmilben. Feuchtwarme Bedingungen im Gewächshaus begünstigen die Weiße Fliege; hier hält die Schlupfwespe Encarsia formosa den Befall in Schach. Kontrollieren Sie in dieser Phase besonders regelmäßig, weil sich die Generationen schnell überlappen.
Herbst (September–November): Wintervorbereitung
Bevor Kübelpflanzen ins Winterquartier ziehen, sollten Sie sie gründlich kontrollieren – so schleppen Sie keine Schädlinge ein. Ein letzter Nützlingseinsatz im Herbst verhindert, dass sich ein Restbefall über den Winter aufbaut. Auch Dickmaulrüssler lassen sich im Herbst noch mit kältetoleranten Nematoden bekämpfen.
Winter (Dezember–Februar): Augen auf bei Heizungsluft
Die trockene Heizungsluft ist ein Paradies für Spinnmilben – gerade an überwinternden Zimmerpflanzen. Erhöhen Sie die Luftfeuchte und greifen Sie bei Befall früh zu passenden Raubmilben. Trauermücken bleiben ganzjährig ein Thema, wenn das Substrat zu feucht gehalten wird.
Ganzjährig: der Boden und das Monitoring
Unabhängig von der Jahreszeit gilt: Halten Sie das Substrat nicht dauerfeucht, um Trauermücken vorzubeugen, und nutzen Sie Gelb- und Blautafeln als Frühwarnsystem. Wer regelmäßig kontrolliert, erkennt Befall, solange er sich noch leicht beheben lässt.
Der schnelle Überblick
| Jahreszeit | Typische Schädlinge | Maßnahme |
| Frühjahr | Blattläuse, Thripse | Monitoring, erste Räuber & Schlupfwespen |
| Sommer | Spinnmilben, Weiße Fliege | Raubmilben, Encarsia regelmäßig |
| Herbst | Restbefall, Dickmaulrüssler | Einräum-Kontrolle, Nematoden |
| Winter | Spinnmilben, Trauermücken | Luftfeuchte, Raubmilben, Boden trocken halten |
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