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Spinnmilben bekämpfen: Raubmilben richtig einsetzen

8. Juli 2026 durch
Pflanzshop24 Redaktion

Erst wirken die Blätter nur etwas matt und fein gesprenkelt, dann überziehen zarte Gespinste die Triebspitzen: Spinnmilben gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen – besonders im Winter bei trockener Heizungsluft. Mit den richtigen Raubmilben lösen Sie den Befall biologisch auf, bevor er außer Kontrolle gerät.

So erkennen Sie Spinnmilben

Spinnmilben sind mit 0,3–0,5 mm kaum zu sehen. Weil die überwinternden Weibchen rötlich gefärbt sind, spricht man auch von der „Roten Spinne". Achten Sie auf:

  • Feine, helle Sprenkelung auf der Blattober- und -unterseite (ausgesaugte Zellen)
  • Zarte Gespinste an Blattachseln und Blatträndern bei stärkerem Befall
  • Matte, später vertrocknende Blätter; im Gegenlicht sind die Tiere als bewegliche Punkte erkennbar

Warum sie sich so schnell vermehren

Spinnmilben lieben es warm und trocken. Bereits ab etwa 12 °C vermehren sie sich, bei trockenen 20–30 °C – wie im Winter bei Heizungsluft oder im Sommer im Gewächshaus – kommt es zur Massenvermehrung. Die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier dauert dann nur rund ein bis drei Wochen. Höhere Luftfeuchte bremst sie spürbar aus.

Warum biologisch statt chemisch?

Spinnmilben entwickeln gegen chemische Mittel schnell Resistenzen – oft verschlimmert eine Spritzung das Problem langfristig. Raubmilben dagegen fressen die Spinnmilben samt Eiern, sind unbedenklich und bauen einen dauerhaften Schutz auf.

Die passenden Nützlinge im Überblick

RaubmilbeStärkeIdeal bei
Phytoseiulus persimilishochspezialisiert, sehr schnellakutem Befall, höherer Luftfeuchte
Neoseiulus californicusrobust, ausdauerndVorbeugung & trockeneren Bedingungen
Amblyseius andersonibreites Temperaturspektrumschwankenden Bedingungen
Orangerote Raubmilbe jagt Spinnmilben auf einem Blatt
Raubmilben wie Phytoseiulus persimilis jagen Spinnmilben samt Eiern.

Bei akutem Befall ist Phytoseiulus persimilis die erste Wahl: Sie ist auf Spinnmilben spezialisiert und räumt selbst stärkeren Befall schnell auf – ideal bei etwas höherer Luftfeuchte. Neoseiulus californicus ist robuster, kommt mit trockeneren Bedingungen zurecht und eignet sich auch vorbeugend. Bei schwankenden Temperaturen punktet die breit einsetzbare Amblyseius andersoni. Bei sehr starkem Befall im Gewächshaus ergänzen die gefräßigen Larven der Gallmücke Feltiella acarisuga.

Schritt für Schritt zum Erfolg

  1. Befall früh erkennen – regelmäßig die Blattunterseiten prüfen.
  2. Passende Raubmilbe nach Temperatur und Feuchte auswählen.
  3. Raubmilben gleichmäßig auf die befallenen Pflanzen ausbringen.
  4. Luftfeuchte erhöhen und auf Spritzmittel verzichten.
  5. Nach 1–2 Wochen kontrollieren und bei starkem Befall nachsetzen.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu trockene Luft: begünstigt die Spinnmilben und schwächt die Raubmilben.
  • Zu spät gestartet: Bei dichten Gespinsten dauert es länger – früh handeln.
  • Parallel gespritzt: tötet die Raubmilben und fördert Resistenzen.
  • Nur einmal ausgebracht: Bei starkem Befall eine zweite Gabe einplanen.

So beugen Sie vor

Halten Sie die Luft nicht zu trocken, besprühen Sie empfindliche Pflanzen und kontrollieren Sie zugekaufte sowie überwinterte Pflanzen genau. Vorbeugend ausgebrachte Neoseiulus californicus halten den Befallsdruck von vornherein niedrig.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Spinnmilben sicher?
Feine Sprenkelung plus zarte Gespinste sind eindeutig. Ein Klopftest über weißem Papier und eine Lupe helfen bei der Bestätigung.

Wirken Raubmilben auch im Winter?
Ja – gerade dann treten Spinnmilben durch Heizungsluft häufig auf. Wählen Sie eine Art passend zur Temperatur und erhöhen Sie die Luftfeuchte.

Was tun bei starkem Gespinstbefall?
Setzen Sie auf Phytoseiulus persimilis, ergänzen Sie bei Bedarf Feltiella und wiederholen Sie die Gabe nach ein bis zwei Wochen.

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